Bilder: @gettysport

April 2019

08.04.2019

Paris-Roubaix

Die Hölle des Nordens wird ihrem Ruf jedes Bahr aufs neue gerecht.

2019 war nun schon meine 4. Teilnahme bei den Profis. Daher kenne ich die Strecke auch immer besser und habe auch einiges mehr an Erfahrung.

Da wir uns mit Oli Naesen berechtigte Hoffnungen auf den Sieg machten und mit Silvan Dillier immerhin den 2. aus dem Vorjahr dabei hatten, war meine Rolle klar: Helfer und Mädchen für alles für Oli.

Daher durfte ich auch nicht in die Gruppe gehen, was rückblickend nicht unbedingt schlechter war, da nie eine richtige Gruppe zu stande kam.

Ich saß also 90km lang mit Oli im Geld und wartete auf das Pflaster.

Nach 96km kam dann der erste von insgesamt 29 Sektoren. Knapp 55km mussten wir über die holprigen Steine fahren.

 

Mein Job war Oli zu beschützen bis zum Wald von Arenberg. Das gelang soweit ganz gut, auch wenn wir 2x von Stürzen aufgehalten wurden und ich dann die Lücke für ihn schließen musste.

Nach Arenberg war ich in der ersten Gruppe und fühlte mich noch immer gut.

Problem wurde dann nur, dass Gilbert losgefahren ist und ich erneut zur Führungsarbeit gebeten wurde.

 

Ich hing dann noch lange mit drin bis zum Sektor Mons en Pevele. Dort fehlten mir dann am Ende 300m um noch mit den Favoriten mit rüber zu fahren.

 

Danach kämpfte ich nur noch ums überleben und fuhr irgendwie ins Ziel.

 

Am Ende steht dann ein 36. Platz für mich. Damit bin ich heute sehr zufrieden, da ich auch viel arbeiten musste und trotzdem noch lange mitfahren konnte.

 

Jetzt sitze ich im Zug nach Paris von wo aus es dann mit dem Flieger weiter geht. Zuhause erwarten mich nach dieser intensiven Klassikersaison nun 3 sportfreie Tage, bevor ich auch schon wieder mit dem Aufbau in Richtung Tour de Romandie und vor allem dem Giro d‘Italia beginnen werde.

Ihr hört von mir

Grüße Nico

07.04.2019

Flandernrundfahrt

Heute war für mich das schönste Rennen des Jahres. Die Ronde ist einfach etwas ganz besonderes. Die verrückten Leute, die Stimmung, die Geschichte,...einfach ein echter Klassiker.

 

Man konnte die Anspannung fast anfassen. Jeder einzelne Fahrer war sich bewusst, dass das heute eines der größten Rennen des Jahres ist. Es ist auch für mich eines der wenigen Rennen vor denen ich noch nervös bin. Außerdem war ich motiviert wie ein Schülerfahrer und mit Oli NAesen hatten wir ein Wörtchen mitzureden.

Auf meinem Vorbau habe ich die wichtigsten Punkte notiert: das erste Pflasterstück, die erste Kwaremontpassage, den Haghook, die Muur und als letztes das 2. Mal Kwaremont bei Kilometer 217. Hier endete meine Liste, denn genau das war mein Zielstrich. Ich sollte Oli bis dort aus allem Schlamassel raushalten und vorne abliefern.

 

Nachdem ich anfangs richtig gute Beine hatte, ärgerte es sich umso mehr, dass ich nach gut 120 km mit einem Blähbauch zu kämpfen hatte. Die ganzen Gels und Mineralgetränke pusteten meinen Bauch auf, sodass der richtig spannte und mir das Atmen erschwerten. Gleichzeitig waren meine Beine wie leer gepustet.

 

Nach der Muur zog ich dann aber den Finger aus dem A**** und bog zusammen mit ein paar anderen Jungs aus anderen Teams eine unglückliche Situation wieder gerade, als sich in Geerardsbergen das Feld geteilt hat und Oli hinter der ersten Gruppe zurückgeblieben war. Hier musste ich richtig tief gehen und konnte zusehen wie einer nach dem anderen, der mit mir durch die Führung ging, explodierte.

 

Vor dem 2. Mal Kwaremont -meinem Zielstrich- mobilisierte ich dann nochmals meine letzten Kräfte und fuhr mit Oli am Hinterrad nach vorne. Als es nach der Abfahrt dann rechts weg ging, war er wie es sich gehört unter den ersten 10 und ich komplett aufgeraucht.

 

Doch in einer abgehängten Gruppe quälte ich mich weiter bis ins Ziel. Nach einem solchen Tag habe ich mir mein Feierabendbier wohl mehr als verdient.

Jetzt freue ich mich auf 2 erholsame Tage zuhause, bevor ich am Mittwoch nach Roubaix aufs Pflaster zurückkehre.

 

Bis denne Euer Nico

02.04.2019

Dwarsdoor Vlaanderen

Das heutige Rennen war wirklich ganz speziell. Meiner Meinung nach war es das nervöseste bisher.

Nachdem es zunächst ewig lang Krieg um die Gruppe gab, wurde es kurz vor dem Kluisberg  richtig chaotisch: Wir waren alle recht gut platziert, als das Rennen auf einmal neutralisiert wurde. Anscheinend gab es wohl einen bösen Sturz im Frauenrennen.

Im Männerfeld wusste aber keiner so recht was los war und jeder wollte ausserdem vorne bleiben, da mit dem Kluisberg das Rennen in die heiße Phase ging. Problem war jetzt, dass alle Fahrer über die Gehwege nach vorne drängten und wir so nicht ganz zum Stehen kamen.

So standen wir dann einige Minuten lang rum, bevor es dann mit vollgas weiterging. Unsere gute Position von vorher war nach dem Chaos natürlich futsch und wir fanden uns am Ende des Feldes wieder. Damit waren wir zu weit zurück. Zahlreiche Stürze und Risse im Feld zwangen uns alles von hinten auf zu rollen. Ich fuhr also zunächst einige Löcher zu und brachte Oliver pünktlich zum Stationsberg unter die ersten 10 des Feldes zurück. Damit hatte ich meine Körner verschossen und fuhr nur noch ins Ziel. Ausserdem verloren wir mit Silvan und Stijn 2 wichtige Helfer in den Stürzen.

 

Alles in Allem also eher ein Tag zum Vergessen für uns, obwohl Oliver mit einem 19.Platz den Tag noch halbwegs rettet.

 

Am Sonntag ist es dann endlich soweit. Die Ronde -mein absolutes Lieblingsrennen- steht an. Großes Highlight. Ich freue mich jetzt schon riesig...doch zunächst: erholen ;)

Fotos: Gettysport

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