Juli 2018

30.7.2018

Prudential Ride London

Foto: @gettysport

Endlich wieder zurück im Renngeschehen, ging meine Reise von Mons in Belgien am Freitag weiter nach London. Mit den Teamautos nahmen wir den Autozug rüber auf die Insel. Diese Reise war echt absolut lästig, denn es gab wohl ein Problem mit dem Zug und wir warteten eine Eeeeeeeewigkeit. Nach 8h kamen wir dann aber doch in unserem Hotel an.

 

Samstag ging es dann nochmal kurz aufs Rad um die lange lange Autofahrt aus den Beinen zu kriegen. Der Londoner Verkehr war dabei gar nicht eimal so dramatisch wie erwartet. Lediglich der Radweg, den wir auf dem Weg zurück ins Hotel nahmen, verwunderte mich dann doch ein bisschen. Denn dieser führte auf einem Gehweg entlang der Autobahn in Richtung Stadtmitte....

 

Nun aber zum Rennen selbst: Wie es sich für England gehört, regnete es den gesamten Tag. Die Temperaturen waren dabei aber ganz akzeptabel und wir mussten nicht frieren. Im Allgemeinen macht mir der regen sowieso nicht viel aus und ich habe es lieber etwas kälter als zu warm.

Während des gesamten Rennens war ordentlich Zug drauf und der Dauerregen sorgte für eine angespannte Stimmung im Feld. Meine Beine fühlten sich gut an und ich hatte keine Probleme vorne mit über die Wellen zu fahren. Der große Stress war eher mental um vorne im Feld zu bleiben. Ähnlich wie bei den Klassikern wollte hier jeder vorne fahren.

Wir traten als Team gut auf, hatten einen Mann in der Spitze und fuhren immer geschlossen vorne. Als die Gruppe dann eingeholt wurde gingen wir im letzten Anstieg in die Offensive, konnten aber keine Vorentscheidung erzwingen.

Das Profil hätte nach meinem Geschmack ruhig noch etwas anspruchsvoller sein dürfen. Gerade die 50 flachen Kilometer ins Ziel setzten die Chance für eine Gruppe annähernd auf 0. Also fuhren wir für unseren Sprinter Rudy Barbier. Ich saß dabei auf den letzten Kilometern nur im Windschatten und pedalierte ähnlich wie bei Motortraining locker mit. Im Finale brachte ich Rudy dann in Position und hielt selbst noch etwas mit rein, sodass ich mich dann auf Rang 18 im vorderen Feld positionieren konnte, während Rudy 8. wurde.

Für mich persönlich verlief das Rennen echt gut. Ich war ständig auf der Höhe und hatte keine Probleme mich zu positionieren. Gleichzeitig ging ich allen Stürzen aus dem Weg. Alles in Allem also eine gute Rückkehr ins Peloton nach meiner langen Pause. Die Form zeigt in die richtige Richtung für die Deutschlandtour ;)

Einzig negativ an diesem Wochenende war, dass ich zwar in einer meiner absoluten Lieblingsstädte war, aber nicht wirklich davon profitieren konnte. Ich werde also noch mal fernab vom Renntrubel nach London zurückkommen müssen.

26.07.2018

GP Cerami

Foto:@gettysport

Mein letztes Rennen liegt schon etwas zurück. Genau 7 Wochen ist es her, dass ich beim GP Aargau in Gippingen am Start stand. In der Zwischenzeit habe ich mir eine kleine Auszeit von allem gegönnt und war auch im Urlaub.

 

Trotzdem habe ich nicht nur geschlafen: Ich habe zu Hause intensiv trainiert und war dann auch 1 Woche mit dem Team in Vaujani um einige Pässe zu fahren.

Doch als Rennfahrer reicht mir das normale Training natürlich nicht aus. Dementsprechend motiviert sehnte ich dem heutigen Tag entgegegen um endlich wieder eine Startnummer auf mein Trikot pinnen zu können.

 

Große Ambitionen hatte ich nach so einer langen Rennpause natürlich nicht, wollte einfach ein gutes Rennen fahren und den Formaufbau für die Deutschlandtour mit einigen Intensitäten voran bringen.

 

Da. Auch viele Kontinentalteams mit am Start standen, war der Start dann auch extrem schnell. Dann fanden sich aber doch 5 Mann, die sich vom Feld lösen konnten. Dahinter stiegen wir auch gleich mit in die Verfolgungsarbeit ein; Ziel war es ja zu arbeiten und Intervalle einzubauen. Wir wollten nicht nur mitrollen und abwarten, daher übernahm auch ich ein bisschen Nachführarbeit.

Als es dann über die Mauer von Geerardsbergen ging drehte sich mein anfänglich noch gutes Gefühl komplett um. Bei Kilometer 115 erwischte mich die brutale Hitze dann eiskalt. Die 40°, die seit dem Start herschten ließen bei mir die Lichter ausgehen. Nicht nur, dass ich einfach keinen Druck mehr aufs Pedal brachte und richtig schwere Beine hatte, sondern auch Kopfschmerzen und leichter Schwindel kamen dazu.

 

Ich wollte aber auf gar keinen Fall aussteigen und fuhr erstmal noch irgendwie weiter.

Einem meienr Teamkollegen ging es genau gleich, doch der war dann auf einmal weg. Es kam einfach nix mehr...

Ich ließ mich dann nochmal ans Auto zurückfallen und holte die gefühlt 10.000ste Flasche nach vorne. Doch ich bekam nur Isotonische Getränke, sodass ich immer wieder sagte „Wasser! Ich will Wasser“, nur dass es nichts mehr gab. Gar nichts. Wir haben das ganze Auto leer gesoffen und das obwohl die riesige Kühltruhe an der Verpflegung schon wieder aufgefüllt wurde. Das heisst wir haben das Auto gleich zwei mal leergetrunken...jetzt verstehe ich auch warum mir heiss war ;)

Doch mein Glück war dann der einsetzende Regenschauer, der die Temperaturen auf 20° fallen ließ. Sofort gingen meine Beine wieder auf und mein Gefühl stieg von „Nahtoderfahrung“ zu „ja-ich-schaffs-ins-Ziel-und-kann-den-anderen-helfen“.

Also ab nach vorne und unseren Sprinter vorne aufs Pflaster fahren.

Das klappte soweit sehr gut, nur dass er dann sein Schaltwerk abriss und nichts mehr ausrichten konnte...

 

Ich bleibe heute Abend noch in Belgien, wo wir morgen dann nochmal eine lockere Runde fahren werden. Anschließend setzen wir nach Großbritannien über, wo ich am Sonntag dann den Ride London bestreiten werde.

11.07.2018

Trainingslager Vaujany

Foto: @gettysport

Hallo liebe Leute. In letzter Zeit war es still rund um mich. Und das hatte einen ganz bestimmten Grund: Nachdem anstrengenden Frühjahr mit dem Saisonbeginn in Australien, den darauffolgenden Klassikern und vor allem dem Giro, war ich sehr viel unterwegs. Ich habe nun den Moment genutzt um einfach mal durchzuatmen, abzuschalten und mich mit anderen Dingen beschäftigt. Dabei konnte ich auch mal meinen Freunden und Familie mehr Zeit einräumen, da die den Rest vom Jahr doch etwas kurz kommen.

 

Eigentlich wollte ich die Deutschen Meisterschaften vor der Pause noch mitnehmen, die immer ein Highlight für sich sind. Aber ein Infekt hat mich da dann doch von abgehalten.

 

Mittlerweile bin ich schon wieder fleißig am trainieren und befinde mich seit Montag in Vaujany. Dies ist eine kleine Skistation im Aufstieg zum Col du Croix de Fer mitten in den französischen Alpen.

 

Wir sind hier nur 6 Fahrer, mit dabei aber gleich 3 Kollegen, die schon zu Chambery-Zeiten mit mir gefahren sind. Das ganze ist also auf einem eher familiären Level und wir amüsieren uns prächtig.

Gestern Abend saßen wir alle zusammen um uns das Match zwischen Frankreich und Belgien anzuschauen. Ich unterstützte dabei meinen belgischen Zimmergenossen Stijn Vandenbergh zur Seite, der ganz allein gegen die starke französische Fraktion da stand. Unglücklicherweise haben wir uns auf eine Wette, dass der Verlierer heute 1h länger trainieren muss eingelassen. Da ich mich für die Belgier entschieden habe heiß es dann eben auch nach 5:30 Stunden noch eine Stunde ranzuhängen. Nach 6h30, 170km, 4500hm und 5200 verbrannten Kalorien kamen dann auch Stijn und ich im Hotel an...Ich bin jetzt zwar ordentlich breit aber auf einer so wunderschönen Ausfahrt über Col du Glandon, Lacets de Montvernier, Col du Mollard, Col du Croix de Fer und dem abschließenden Aufstieg nach Vaujany war das Panorama phenomenal und der Spaß daher auch vorprogrammiert.

Ich freue mich nun auf 3 weitere schöne Trainingstage in Oisans und dann auf die ersten Wettkämpfe der 2. Saisonhälfte Ende Juli!

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